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11.01.2015

Das Silberfischchen - eng mit dem Menschen verbunden

Nachts krabbeln sie in Badezimmern, Küchen und Vorratsräumen umher auf der Suche nach etwas Essbarem. Schaltet man das Licht an, suchen sie sofort das Weite, um sich in der Dunkelheit zu verstecken. Daher bleiben sie meist unbemerkt, obwohl sie Gast in sogut wie jedem Haus oder jeder Wohnung sind. Die Rede ist von dem Silberfischchen.

Das Silberfischchen (Lepisma saccharina) gehört zu der Gruppe der Urinsekten (Apterygota). Die Urinsekten stellen die älteste Insektengruppe dar, dessen Vertreter primär flügellos sind [1].

Die Silberfischchen sind etwa 11 mm groß, flügellos und haben lange Antennen sowie drei Schwanzanhänge [2]. Ihr mit silbrig-grauen Schuppen besetzter Körper weist eine dreigliedrige Brust auf mit drei kurzen Beinpaaren, mit denen sie sich sehr flink fortbewegen können [1].

Die Silberfischchen haben eine synanthrope Lebensweise. Das bedeutet, dass sie eng an den Menschen gebunden sind und überall dort vorkommen, wo auch der Mensch lebt. Sie sind sehr wärmeliebend, aber auch extrem lichtscheu, weshalb man sie tagsüber kaum bemerkt. Möchte man nachts beispielsweise das Badezimmer aufsuchen und schaltet das Licht an, kann man sie mit etwas Glück noch davonhuschen sehen. In freier Natur kommt das Silberfischchen daher kaum vor.

Ihre Nahrung besteht vor allem in zucker- sowie stärkehaltigen Nahrungsresten, wie etwa Papier. Ihre Leibspeisen verhalfen dem Silberfischchen zu seinem Spitznamen "Zuckergast" [2].

Die weiblichen Silberfischchen können bis zu fünf Jahre alt werden. In ihrem gesamten Leben legen sie nur etwa 12 Eier [2]. Die aus diesen Eiern geschlüpften Jungtiere sehen genauso aus wie ihre Eltern. Während ihrem Leben häuten sie sich mehrmals [1].

Aufgrund der zucker- und stärkehaltigen Nahrungsreste, die auf dem Speiseplan der Silberfischchen stehen, können bei einem vermehrten Auftreten dieser Materialschäden entstehen. Sie können Löcher in Bücher und alle möglichen Textilien fressen und Vorräte durch den Befall ungenießbar machen [2].

Dies kann man vermeiden, indem man ab und zu seine Wohnung oder sein Haus stark abkühlt, sodass die wärmeliebenden Tierchen die Flucht ergreifen. Ebenso sollte Feuchtigkeit vermieden werden und Ritzen versiegelt werden, in die die Weibchen gerne ihre Eier legen [2].

Insektenschutz durch Lichtschachtabdeckungen

[1] Rietschel Siegfried, Insekten, BLV Verlag, 2002

[2] Mehlhorn, Birgit und Heinz; Zecken, Milben, Fliegen,
     Schaben,...Schach dem Ungeziefer; Springer Verlag;1990