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30.11.2014

Die Krätzmilbe - Auslöser einer unangenehmen Hauterkrankung

Kürzlich wurde in den Medien davon berichtet, dass in Coburg vermehrt Fälle der Krätze aufgetreten sind. Die Krätze, auch Scabies genannt, wird von den Krätzmilben übertragen und ist eine sehr unangenehme Hauterkrankung, die zudem ansteckend ist. Genauere Infos über die Krätzmilben generell, den Übertragungsweg der Krätze und Gegenmaßnahmen finden Sie im heutigen Artikel.

Zeichnung einer Krätzmilbe (lat.: Sarcoptes scabiei)

Starker Juckreiz, Ausschlag und Schuppenbildung: Die Krätze, die zurzeit vor allem in Coburg ihr Unwesen treibt, ist eine sehr lästige Hauterkrankung, die durch Krätzmilben (lat.: Sarcoptes scabiei) übertragen wird.

Die Krätzmilben gehören der Klasse der Spinnentiere (lat.: Arachnida) an und sind nah verwandt mit den Zecken (lat.: Ixodida). Genauer zählen die Krätzmilben zu den Grabmilben. Die Krätzmilben sind nur etwa 0,2 bis 0,5 mm groß, rundlich und tragen sogenannte Cheliceren. Diese Cheliceren sind das vorderste Gliedmaßenpaar bei Spinnentieren. Mit ihnen gräbt die Krätzmilbe einen regelrechten Gang durch die Haut seines Wirtes, in dem das Weibchen von dem Krätzmilbenmännchen befruchtet wird. Die Weibchen legen ihre Eier in dem Hautgang ab. Sind die Larven geschlüpft, müssen diese sich erst einen Weg nach außen bahnen. Dies tun sie, indem sie sich wie ihre Eltern durch die Haut graben [1]. Diese Art der Vermehrung hinterlässt schmerzende, juckende Ausschläge auf der Haut, die extrem lästig sind.

Als Wirte können den Krätzmilben neben uns Menschen auch Tiere dienen. Jedoch wird die Erkrankung dann nicht Krätze genannt, sondern Räude [2]. Die Übertragung der Krätzmilben und somit der Krätze erfolgt durch Körperkontakt. Daher tritt die Krätze häufiger dort auf, wo viele Leute zusammenkommen, so z.B. in Kindergärten, Altenheimen und Krankenhäusern.

Viele schwören bei einem Krätzmilbenbefall auf Hausmittel wie Teebaumöl, Lavendelöl und Essig. Diese Substanzen enthalten ätherische Öle und wirken dadurch antibakteriell und entzündungshemmend. Effektiver sind Salben, die beispielsweise Benzylbenzoat oder Crotamiton enthalten. Diese Wirkstoffe können jedoch bei sehr sensiblen Personen zu Hautirritationen führen. Krätzmilben reagieren sehr empfindlich auf Kälte sowie auf hohe Temperaturen. Daher sollte man bei einem Befall seine Bettwäsche bei hohen Temperaturen waschen. Ebenso kann man auch einfach seine Textilien einfrieren.
Bei einem Befall durch Krätzmilben ist sehr wichtig, dass sich alle Familienmitglieder bzw. alle Personen, die in nahem Kontakt mit einem von der Krätze betroffenen Menschen stehen, behandeln, um den Krätzmilben den Garaus zu machen.

Insektenschutz durch Lichtschachtabdeckungen

 

 [1] Loos-Frank Brigitte, Lucius Richard; Parasitologie; Spektrum
      Akademischer Verlag GmbH; 1997

[2] Mehlhorn, Birgit und Heinz; Zecken, Milben, Fliegen,
     Schaben,...Schach dem Ungeziefer; Springer Verlag; 1990