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24.09.2015

Manipulation im Insektenreich: Die Wespe Glyptapanteles

Forscher der Universität Amsterdam haben eine interessante Entdeckung gemacht: Eine Wespenart, die ihre Eier in eine Raupe legt und diese dann so manipuliert, dass sie wie ferngesteuert die Wespeneier beschützt, bis sie ihre Entwicklung vollzogen haben.

Die endoparasitäre Wespenart Glyptapanteles legt ihre Eier in den Körper der Raupe Thyrinteina leucocerae. Sobald die etwa 80 Larven aus ihren Eiern geschlüpft sind, nutzen sie den Raupenkörper, um sich von ihm zu ernähren. Haben die Larven eine gewisse Größe erreicht, fressen sie sich durch die Raupe nach draußen und verpuppen sich an einem nahe gelegenen Ast. Dies ist aber nicht der einzige Sinn und Zweck für die parasitäre Lebensweise. Im Gegensatz zu anderen parasitär lebenden Insektenarten wird die Raupe nun dazu abgestraft, den Beschützer für die Wespenpuppen zu spielen. Sie halten durch geschickte Manipulation Fressfeinde von den Wespenpuppen fern. Vermutlich geschieht diese Manipulation, indem die Wespenlarven in den Hormonhaushalt der Raupe eingreifen und sie so zu einem willenlosen Zombie macht. Forscher nahmen dieses Verhalten im Labor genauer unter die Lupe: Die leergefressenen Raupen nehmen keinerlei Nahrung mehr zu sich und bewegen sich auch nicht, außer es nähert sich ein potentieller Feind der Wespenpuppe. Dann versucht sie mit aller Kraft, den Feind zu vertreiben, indem sie mit ihrem Kopf hin und her schlägt.

Wie genau dieser Mechanismus der Manipulation vonstatten geht, konnte noch nicht vollständig geklärte werden. Sicher ist jedoch, dass diese Entwicklungsstrategie einzigartig im Insektenreich ist.

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